woensdag 20 juli 2011

Das Paradies - Cornelius Kolig




Kopulierende Menschen, Vaginen, Penisse. Vergoldete Scheiße. Kruzifixe, Liebesgeräte, Sexmaschinen, Flugbretter, Tod, Angst, Vergänglichkeit. Das Paradies, jedenfalls jenes von Cornelius Kolig, ist voller Tabubrüche. Von seinem Schlafzimmerfenster aus hat er übrigens den besten Blick auf sein Paradies, in dem Vulgäres den Göttern gleichgestellt ist, der Saustall neben dem Pantheon liegt.

Keine Hierarchien: Das, ja genau das ist das Paradies. Dreißig Jahre, seit 1979, hat er in Vorderberg, seinem Kärntner Geburtsort an der österreichisch-italienischen Grenze, daran gebaut; auf 6000 Quadratmetern gruppierte er Sixtina, Kuhstall, Wandlungstisch, Rauschgarten, linke und rechte Niere um schöne, duft- und schlingpflanzenbewachsene Innenhöfe und einen Rauschgarten. Sein paradiesisches Gesamtkunstwerk hat die Form eines Schädels. Die ins Jenseits transformierte Glückseligkeit, ein Hirngespinst im Hier und Jetzt.

“Alle Religionen haben die Verheißung vom Paradies, um die Menschen über das Problem der Endlichkeit hinwegzutrösten. Auch die Künstler machen nichts anderes, sie wollen über die tatsächliche Lebenszeit hinaus existieren. Man will nicht sterben. Das ist der Antrieb für die Kunst.”

Cornelius Kolig, geboren im September 1942, verheiratet mit einer Medizinerin, Vater einer Radiologin, Maler, Objektkünstler, Fotograf, Videokünstler, Gesamtkunstwerker - und Enkel des Kärntner Malers Anton Kolig.
source:
Andrea Schurian

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"Lieber denken als glauben" (Interview: Julia Kospach)

 
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